One
Seminar für Liturgiewissenschaft

Katholisch-Theologische Fakultät
Am Hof 1
D-53113 Bonn
Tel.: +49 228 73-7819 /-7882/-3968
Fax: +49 228 73-7494

Sprechstunden

Prof. Dr. Albert Gerhards
Im Semester findet die Sprechstunde in der Regel donnerstags von 10.30 bis 12.00 Uhr sowie nach Vereinbarung statt. Anmeldung per [e-Mail] und über Eintrag in die Sprechstundenliste im Glaskasten neben dem Direktorenzimmer.

Die Sprechstunde findet in Raum 2.006 (Direktorenzimmer) statt.


Wiss. Mit. Dr. Kim de Wildt
-nach Vereinbarung-
Anmeldung per [e-Mail]

Die Sprechstunde findet in Raum 3.023 (Mitarbeiterzimmer) statt.

introduction

Introduction to the Study of Liturgy

Albert Gerhards and Benedikt Kranemann,

translated by Linda M. Maloney

Liturgical Press 15. Sept. 2017


einführung_wbg.png

Albert Gerhards / Benedikt Kranemann

Einführung in die Liturgiewissenschaft

3., vollst. überarb. Aufl. 2013. 256 S., kart.

WBG, Darmstadt

19,90€ (Mitglieder: 14,90€)

 
Two
Neuerscheinungen

Albert Gerhards

Klang - ein Weg durch Räume und Zeiten der Liturgie.

 klang

Schnell & Steiner 2016

14,95 Euro

ISBN: 978-3795431419


Kim de Wildt u.a. (Hg.)

Zwischen-Raum Gottesdienst.

Beiträge zu einer multiperspektivischen Liturgiewissenschaft

(= Praktische Theologie heute 144)

zwischen-raum

Kohlhammer 2016, 65 Euro

ISBN: 9783170311251

Rezension [PDF]


Albert Gerhards / Kim de Wildt (Hg.)

Der sakrale Ort im Wandel
Studien des Bonner Zentrums für Religion und Gesellschaft 12
Cover_SOW

Information und Bestellschein [PDF]
Würzburg, Ergon-Verlag, 2015
301 S. | 24 x 17 cm | Festeinband
€ 42,00 ISBN 978-3-95650-106-


Albert Gerhards / Matthias Schneider (Hg.)
Enzyklopädie der Kirchenmusik 4/1 und 4/2:

Der Gottesdienst und seine Musik
Band 1: Grundlegung und Hymnologie
Band 2: Liturgik

EdK-1

2 Bände mit zus. 667 Seiten und 85 Abb. und 12 Notenbeispielen.

Je Teilband € 128,–

ISBN 978–3–89007–694–2

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Diliana Atanassova / Tinatin Chronz (Hg.)

SYNAXIS KATHOLIKE
Beiträge zu Gottesdienst und Geschichte der fünf altkirchlichen Patriarchate für Heinzgerd Brakmann zum 70. Geburtstag

synaxis.jpg

orientalia - patristica - oecumenica 6
LIT Verlag 2014, 920 S., 89.90 EUR

ISBN 978-3-643-50552-1

weitere Infos


Albert Gerhards, Tinatin Chronz (Hg.)
Orientierung über das Ganze
Liturgische Vielstimmigkeit der Ökumene
und das Zweite Vatikanische Konzil

orientierung

Ästhetik - Theologie - Liturgik Bd. 60

LIT Verlag 2015, 168 S., 29.90 EUR, 29.90 CHF, br.,

ISBN 978-3-643-12596-5

 
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Tagung in Maria Laach

Nutzungsmöglichkeiten von Kirchenräumen


Abt-Herwegen-Institut suchte nach Perspektiven für Sakralräume in heutiger Gesellschaft

 

 MariaLaach

Perspektiven für Sakralräume in heutiger Gesellschaft zeigten in Maria Laach (von links) Professor Dr. Werner Weidenfeld, Pater Anselm Rosenthal OSB, Dr. Holger Dörnemann, Dr. Detlef Jankowski, Professor Dr. Martin Klöckner, Dr. Kim de Wildt, Professor Dr. Benedikt Kranemann, Prior-Administrator P. Dr. Albert Sieger OSB, Professor DDr. Thomas Sternberg und Altabt Dr. Pius Engelbert OSB auf. 


Unter dem Motto „Wie mit Kirchenräumen umgehen? Perspektiven für Sakralräume in heutiger Gesellschaft“ stand die diesjährigen Tagung des Abt-Herwegen-Instituts in der Aula des Klosters Maria Laach.

Überall in Deutschland werden Kirchen geschlossen, abgerissen oder einer neuen Aufgabe zugeführt. Prior-Administrator P. Dr. Albert Sieger OSB erinnerte in seiner Begrüßung an das Wort eines Theologen, „es scheint, dass wir zu viele Kirchen besitzen, oder dass zu wenige sie benötigen“ und merkte an, dass auch Nichtglaubende den Wegfall eines Kirchenraums bedauern, „denn eine Kirche, das ist mehr.“ Ganz in diesem Sinne betonte Professor Dr. Werner Weidenfeld, Vorsitzender des Abt-Herwegen-Instituts: „Der Glaube, das ist mehr als die Zustimmung zu dogmatischen Sätzen. Glaube ist auch eine sinnliche Erfahrung, und für diese transzendente Erfahrung braucht es einen Ort. Der Raum der Liturgie bietet eine Andersheit, die mich packt. Die meisten Menschen werden still, wenn sie eine Kirche betreten. Viele sind heute auf der Suche nach Orientierung. Gut, dass wir Kirchenräume finden.“

Im Anschluss stellte Professor Dr. Martin Klöckner, Fribourg, die erste Referentin des Tages Dr. Kim de Wildt vor. Die holländische Theologin ist zurzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bonn tätig. In Maria Laach sprach sie über den Kirchenraum und die säkulare Gesellschaft. Bei der Diskussion um die Umnutzung von Kirchenräumen, sei es in der evangelischen wie der katholischen Kirche zu einigen Schieflagen gekommen. Die liturgische Verwendung des Kirchenraums sei nur eine Option, meinte Kim de Wildt und stellte pragmatisch fest: „Wenn wir die Räumlichkeiten für andere Funktionen öffnen, können wir die Kirchen erhalten.“ Kirchen stiften auch Identität, wie etwa der Dom für Köln, sie sind Anziehungspunkte für Touristen. Leider reiße die Institution Kirche ungenutzte Kirchen lieber ab, als sie ungenutzt zu lassen. Dr. Kim de Wildt bedauerte eine Minderachtung der kirchlichen Bauwerke, der Kunst und der materiellen Seite des Glaubens: „In der Theologie gibt es keine wirkliche Hochschätzung der Bauwerke. Die Kirche zieht sich aus den Kirchenräumen zurück, wo das Interesse an den Kirchenräumen zunimmt.

Die Diskussion wird von Architekten, Kunsthistorikern und Lobbyisten bestimmt. Ohne die Theologie aber steht der religiöse und liturgische Wert des Sakralraums auf dem Spiel.“

Am Nachmittag referierte DDr. Thomas Sternberg MdL aus Münster über den Kirchenraum und die säkulare Gesellschaft aus kulturpolitischer Perspektive. Einerseits nimmt die Zahl der Gläubigen ab, andererseits ist die Kirche in Deutschland immer noch der zweitgrößte Kulturakteur.

Thomas Sternberg: „Ist es ein Zeichen einer absterbenden Kirche“, dass heute viele Sakralräume zu Galerien, Kletterkirchen, Supermärkten, Diskos oder Grabkirchen, sogenannte Kolumbarien, umfunktioniert werden? Professor DDr. Thomas Sternberg: „Wir dürfen die Diskussion nicht auf den Abriss und die Umnutzung beschränken, denn die Kirche hat einen anderen Auftrag.“

Beim dritten Vortrag verdeutlichte Dr. Holger Dörnemann, Bonn, seine Ausführungen zum Kirchenraum als einem „herausgehobenen Raum, in dem das Heilige erfahrbar wird“ am Beispiel der Laacher Basilika.

Unabhängig von Liturgie könnten bereits durch das Angebot eines „anderen Ortes“ Fragen nach dem „Wovonher und Woraufhin – dem Sinn evoziert und offen gehalten werden.“

Bei der abschließenden von Professor Dr. Benedikt Kranemann, Erfurt, moderierten Zusammenfassung wurde Kirchen als Lernorte des Glaubens definiert. Professor DDr. Thomas Sternberg: „Menschen, die sonst nichts mit Religion zu tun haben, zünden in Kirchen Kerzen an. Es gibt eine neue Liebe zum Körperlichen, zum Analogen“, im Gegensatz zum Digitalen eine echte Leib- und Raumerfahrung. Professor Dr. Benedikt Kranemann resümierte: „Es ist ein ganz großes Thema für Kirche und Gesellschaft. Heute wurde deutlich, vor welcher Herausforderung wir stehen. Wie bekommt man die Räume zum Sprechen? Mit dem vorhandenen großen Interesse am Materiellen von Religion und Glauben hatten wir in der Theologie der 80iger und 90iger Jahre nicht gerechnet. Der Blick auf Kirche und Liturgie hat sich verändert.“ In diesem veränderten Kontext gelte es, nach Nutzungsmöglichkeiten für Kirchenräume zu suchen.

 

 

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