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Liber Ordinarius-Forschung

Die Liturgiegeschichte des Mittelalters wird seit geraumer Zeit im interdisziplinären Austausch der Theologie mit Kunstgeschichte, Profangeschichte oder Musikgeschichte erforscht. Dabei rückt eine Quellengattung besonders in den Blickpunkt, nämlich die Libri Ordinarii, so genannte Regiebücher des Gottesdienstes, die liturgische Vorgaben auf konkrete liturgische Orte und ihre topographischen Bedingungen hin auslegt. Der Wert dieser Quellen liegt darin, dass sie als normierende wie beschreibende Texte einen Zugriff auf den konkret gelebten liturgischen Alltag vermitteln. Sie dienen insbesondere zur Erschließung der Sakraltopographie, also der theologischen Konzeption, die zum einen einem konkreten mittelalterlichen Kirchenbau und seiner Altarstellen zugrunde liegt, die zum anderen deutlich mittelalterliche Stadtplanung in der Konzeption der „Kirchenfamilie“ geprägt hat. Zugleich geben die Libri Ordinarii oftmals einen profunden Einblick in heute weitestgehend verlorene Ausstattungsgefüge samt die Nutzung materialer Objekte.

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