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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Das Team des Seminars für Liturgiewissenschaft (v.l.n.r.): Barbara Karkowsky, Frederik Wilczek, Elke Steffen-Bancé, Lars Wosnitza, Prof. Dr. Albert Gerhards, Philipp Weiß sowie Rebecca Telöken und Dr. Kim de Wildt.

 

 

Ein Blick auf die Geschichte

 

Die Liturgiewissenschaft hat in Bonn als eigenständiges Fach noch keine sehr lange Tradition: Erst 1965 wurde es eingerichtet gemäß den Weisungen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Prof. Dr. Otto Nußbaum (+ 1999) war der erste Lehrstuhlinhaber (1965 - 1988), seit 1989 wird das Fach durch Prof. Dr. Albert Gerhards vertreten.

Dennoch gehen die Anfänge der Bonner Liturgiewissenschaft sogar noch bis in die Zeit vor der Gründung der jetzigen Universität im Jahr 1818 zurück, nämlich in die Zeit der ersten kurfürstlichen Bonner Universität in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Damals wurde die Liturgik im Rahmen der Pastoraltheologie als praktisch-theologisches Fach entsprechend den Vorstellungen der katholischen Aufklärung unterrichtet. Bei der Errichtung der jetzigen Universität war man sich der Bedeutung einer pastoral ausgerichteten Liturgik durchaus bewusst, jedoch kam es infolge der zunehmenden Restauration nicht zur Errichtung eines eigenen Lehrstuhls. Im Kölner Priesterseminar wurde die Liturgik mehr und mehr verrechtlicht und als Rubrizistik gelehrt. An der Fakultät kam nach den Wirren des Kulturkampfs gegen Ende des Jahrhunderts die Liturgik als Teil des Lehrdeputats in unterschiedlichen Zusammenhängen vor, wobei sich die beiden Stränge des Fachs - der pastorale und der historische - nun deutlich abzeichneten.

Bedeutende Professoren der Fakultät haben die Liturgik mit vertreten, so Heinrich Kellner, Franz Joseph Peters, Franz Josef Dölger und Theodor Klauser. Romano Guardini war für kurze Zeit Privatdozent in Bonn (im Fach Dogmatik). An der Philosophischen Fakultät gab es berühmte Liturgiehistoriker wie Heinrich Goussen und Anton Baumstark. Verbindungen bestanden in der Zeit der Liturgischen Bewegung zum Kloster Maria Laach, einem der Zentren der liturgischen Erneuerung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich vor allem Theodor Klauser um die Liturgiewissenschaft in Bonn verdient gemacht. Er war auch Lehrer von Otto Nußbaum, der entsprechend seiner Forschungsschwerpunkte das neu eingerichtete Fach in der historischen Fächergruppe ansiedelte. Bei der Neuausschreibung wurde die Liturgiewissenschaft wie an den meisten Fakultäten der praktisch-theologischen Abteilung zugeordnet, wobei der historisch-theologische Schwerpunkt nach wie vor gepflegt wird.

Zum Download [PDF]: Kommentar zur "Standortbestimmung der Liturgiewissenschaft"

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