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Lehrveranstaltungen

Vorlesungsankündigungen Wintersemester 2020/21

A) Vorlesungen         (Geöffnet für Hörer aller Fakultäten!)

1.         Rituelle Erfahrung: Anthropologische und theologische Grundlagen
der Liturgie (M4, LG4; M Basis prakt.)
Prof. Dr. Andreas Odenthal (verantwortlich und durchführend)
 
Trotz aller Tendenzen zur Entkirchlichung des Religiösen hält die Sehnsucht nach Ritualen in unserer Kultur an. Die Großkirchen geraten dabei in eine ambivalente Rolle: Trotz schwindender Bindungen wird ihr rituelles Repertoire auch von solchen Menschen in Anspruch genommen, die sich bereits von der Kirche, unter Umständen auch vom Glauben verabschiedet oder den christlichen Glauben nie geteilt haben. Diese Diagnose ist Grund, nach den allgemein menschlichen Bedingungen und Möglichkeiten der Rituale ebenso zu fragen wie nach der spezifisch christlichen Ausgestaltung. Dies geschieht auf der Grundlage der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils und schließt einen Exkurs in pastoralpsychologische Grundlagen ein.
 
Literatur:
Hans Gerald Hödl, Johann Pock, Teresa Schweighofer (Hg.), Christliche Rituale im Wandel. Schlaglichter aus theologischer und religionswissenschaftlicher Sicht (Wiener Forum für Theologie und Religionswissenschaft 14). Göttingen 2017.

 

1-st. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben
 
2.        Sakramentliche Liturgie 1: Eucharistie (M10)
Prof. Dr. Andreas Odenthal (verantwortlich und durchführend)
 
„Sakramente haben Zukunft“ – aber nur, wenn sie gut „inszeniert“ werden. Der Schwerpunkt auf der Feier der Eucharistie möchte neben historischen und systematisch-theologischen Fragestellungen die grundsätzliche rituelle Struktur in der durch die letzte Liturgiereform eingerichtete Form praktisch-theologisch ausloten. Dazu gehören Fragen nach Opfer und Mahl ebenso wie nach der Rollenvielfalt im liturgischen Tun sowie den unterschiedlichen Gebetsgattungen (etwa „Hochgebet“).
 
Literatur:
Hans Bernhard Meyer, Eucharistie. Geschichte, Theologie, Pastoral. Mit einem Beitrag von Irmgard Pahl (Gottesdienst der Kirche 4), Regensburg 1989
 
2-st. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben
 

B) Seminare, Übungen, Kolloquium

3.         Seminar: Liturgiereform als Thema der Liturgiewissenschaft
(LA4, M Aufbau 1 Praktisch, M Aufbau 2 bibl./hist./syst.)
Prof. Dr. Andreas Odenthal (verantwortlich und durchführend)
 
Gemäß des Axioms „Liturgia semper reformanda“ ist der Kirche zu allen Zeiten ein kritischer Blick auf die rituelle Gestalt des Glaubens aufgetragen. Die Vorlesung möchte einerseits in einem historischen Sinne verschiedene Liturgiereformen beleuchten, nämlich die sogenannte „bonifatianisch-karolingische“ des 8.-9. Jahrhunderts und die der lutherischen Reformation im 16. Jahrhundert. Andererseits soll anhand einer Kriteriologie des Phänomens „Liturgiereform“ die jüngste im Gefolge des II. Vatikanischen Konzils in einem praktisch-theologischen Sinne ausgelegt werden.
 
Literatur:
Martin Klöckener, Benedikt Kranemann (Hg.): Liturgiereformen. Historische Studien zu einem bleibenden Grundzug des christlichen Gottesdienstes 1–2 (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen 88,1–2), Münster 2002.
 

 

2-st. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben
 
4.         Lektürekurs: Walter Kasper, Die Liturgie der Kirche
(LWP4a, M15/M23)
Prof. Dr. Andreas Odenthal (verantwortlich)
Mag. theol. Frederik Wilczek (durchführend)
 
Nachdem in den vergangenen Semestern mit Joseph Ratzinger und
Romano Guardini die Perspektive zweier bedeutender Theologen des
20. Jahrhunderts auf die Liturgie beleuchtet wurde, soll das Augenmerk
in diesem Semester auf der Liturgietheologie Walter Kaspers liegen.
Literatur:
Walter Kasper, Die Liturgie der Kirche (gesammelte Schriften 10). Freiburg i.Br. 2010.
 
2-st. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben
 
5.         Oberseminar: Liturgiewissenschaftliche Themen und Projekte
Prof. Dr. Andreas Odenthal / Prof. em. Dr. Albert Gerhards (verantwortlich
und durchführend)
 
2-st. Termine nach Vereinbarung
 
6.        Übung: Sakraltopographie in Köln. Zu Liturgie und Ausstattung des
           mittelalterlichen Kirchenraumes (M15/M23/LWP4a)
Prof. Dr. Andreas Odenthal / Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck
(verantwortlich und durchführend)
 
            Das „heilige" Köln“ („Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis
            Filia“ – Heiliges Köln, von Gottes Gnaden der Römischen Kirche getreue
            Tochter), die größte Stadt des deutschsprachigen Raums im Mittelalter, war
            geprägt durch eine Vielzahl von kirchlichen Institutionen, die in einem sich
            stetig entwickelnden Netzwerk und beweglichen Hierarchien kooperativ und
            kompetitiv miteinander verbunden waren. Die Übung nähert sich anhand
            ausgewählter Beispiele von zwei Seiten her diesem Netzwerk.
Die Kategorie des „Heiligen Raumes“ prägt seit der Spätantike den
            Kirchenbau um das Märtyrergrab, strahlt aber seit dem Frühmittelalter im
            Sinne einer Parzellierung des Raumes auf die Vielzahl von Altären in einer
            Großkirche aus. Sakrale Topographien sind auch auf der Ebene einer
            Stadtlandschaft festzustellen: Die vielen einander zugeordneten
            Einzelbauten einer „Kirchenfamilie“ nehmen Maß an römischen Bedingungen
            und Patrozinien. Die Übung möchte solchen Zusammenhängen anhand des
            mittelalterlichen Köln im interdisziplinären Dialog von Kunstgeschichte und
            Liturgiewissenschaft nachgehen.
            Im Fokus des kunsthistorischen Anteils der Übung steht die Gestaltung und
            Ausstattung des liturgischen Raums in Architektur und verschiedenen Formen
            von Malerei, mit Textilien und durch skulpturale Elementen, vom Altar über
            Taufen und Leuchter bis hin zu Grabmälern oder architektonisch-skulpturalen
            Ensemblen wie Lettneranlagen oder großen Wandelaltären. Auch liturgisches
            Gerät und Paramente sowie die liturgischen Handschriften und ihre Verwahrung
            in Schatzkammern und/oder Sakristeien spielen hierbei eine wichtige Rolle,
            ebenso wie die Ausstattung und Nutzung der Räume um die Kirchen herum,
            etwa der Kreuzgänge und ihrer Räumlichkeiten oder des Stadtraums, für
            (para)-liturgische Zeremonien wie Prozessionen. Hierbei stellen sich Fragen
            nach verschiedenen Formen von Öffentlichkeit, nach Wegführungen und
            Blickachsen, sowie nach der olfaktorischen (Weihrauch) und akustischen
            Dimension des liturgischen Geschehens (Glocken). Auf diese Weise soll die
            heute oft museale Vereinzelung mittelalterlicher Kunstobjekte überwunden
            werden, um sie aus ihrer Einbindung in den liturgischen Raum heraus in
            kleineren und größeren räumlichen Zusammenhängen besser zu verstehen.
 
            2-st. Übung mit Exkursionen - Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben. 
 
7.         Übung: Kunst und Musik: Kirchenmusikalisches Praktikum (M23a)
Thomas Höfling (durchführend)
2-st. freitags 08.30 (s.t.)-10.00h, Collegium Albertinum
 
8.        Seminar: 'The whole realme shall have but one use' – das englische
           Book of Common Prayer und seine Geschichte (M15, M23, LWP4a)
           Prof. Dr. Andreas Odenthal (verantwortlich)
           Mag. theol. Philipp Weiß (durchführend)
 
           Seit der Trennung König Heinrichs VIII. von Rom während der englischen
           Reformation im 16. Jahrhundert besitzt auch die Anglikanische Kirche eine
           gottesdienstliche Agende: das allgemeine Gebetbuch (engl. Book of Common
           Prayer). Im Verlauf des Seminars wird dieses Buch, das erstmals seit 1549
           eine einheitliche Liturgie- und Gebetspraxis in England zu etablieren versucht
           hat, genauer untersucht und in den historischen Kontext reformatorischer
           Transformationsprozesse eingeordnet. Anhand der Lektüre unterschiedlicher
           Versionen des BCP, u.a. 1549, 1552/59 und 1662 erschienen, sollen die liturgischen
           Spezifika der englischen Kirche eruiert werden.
 
            Literatur zur Einführung:
            BOOTY, John, The Study of Anglicanism, London 1998.
            CUMINGS, Brian (Hg.), The Book of Common Prayer. The Texts of 1549, 1559,
            and 1662, Oxford 2011. 
            HEFLING, Charles/SHATTUCK, Cynthia (Hrsg.), The Oxford Guide tot he Book
            of Common Prayer. A Worldwide Survey, Oxford 2008.
            MACCULLOCH, Diarmaid, Die Zweite Phase der englischen Reformation
            (1547-1603) und die Geburt der anglikanischen Via Media (Katholisches Leben
            und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung 58), hrsg. v. Heribert Smolinsky,
            Münster 1998.
            Marshall, Peter, Reformation England 1480-1642, London 2012.
 
            2-st. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben
 
9.        Tutorium zur Vorlesung „Rituelle Erfahrung: Anthropologische und
           theologische Grundlagen der Liturgie“
            Prof. Dr. Andreas Odenthal (verantwortlich)
            Mag. theol. Frederik Wilczek (durchführend)
 
            Das Tutorium stellt eine Gelegenheit dar, den Inhalt der liturgiewissenschaftlichen
            Einführungsvorlesung zu wiederholen und vertiefen zu können. Zugleich besteht
            die Möglichkeit, sich mit den Grundstrukturen gottesdienstlicher Vollzüge vertraut
            zu machen und dadurch eine liturgiewissenschaftliche Grundbildung zu erwerben.
            Literatur wird im Tutorium bekannt gegeben.
 
            2-st. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben
 

C) An der Universität zu Köln

10.     Vorlesung: Theologische und anthropologische Grundlagen des
          Gottesdienstes 
          Prof. Dr. Andreas Odenthal (verantwortlich und durchführend)
 
            Trotz aller Tendenzen zur Entkirchlichung des Religiösen hält die Sehnsucht
            nach Ritualen in unserer Kultur an. Die Großkirchen geraten dabei in eine ambivalente
            Rolle: Trotz schwindender Bindungen wird ihr rituelles Repertoire auch von solchen
            Menschen in Anspruch genommen, die sich bereits von der Kirche, unter Umständen
            auch vom Glauben verabschiedet oder den christlichen Glauben nie geteilt haben.
            Diese Diagnose ist Grund, nach den allgemein menschlichen Bedingungen und
            Möglichkeiten der Rituale ebenso zu fragen wie nach der spezifisch christlichen
            Ausgestaltung. Dies geschieht auf der Grundlage der Liturgiekonstitution des
            II. Vatikanischen Konzils und schließt einen Exkurs in pastoralpsychologische
            Grundlagen ein.
 
Literatur:
            Andreas Odenthal, Rituelle Erfahrung. Praktisch-theologische Konturen des
            christlichen Gottesdienstes (Praktische Theologie heute 161). Stuttgart 2019.
 

 

2-st. Mittwochs, 12 Uhr, Hörsaal G 

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